Hallo Freunde,

endlich haben wir unseren Indienbericht fertig. Von 2200 Bildern die richtigen auszusuchen, war mal wieder nicht ganz einfach, aber die Auswahl gibt einen guten Überblick über die wichtigsten Städte und Stätten, die wir besucht haben.

Wer noch nicht in Indien war, dem sei gesagt, das dieses Land kuturell sehr viel bietet und wirklich einzigartige Szenerien bereithält, andererseits aber auch - vor allem in den Großstädten - sehr anstrengend und stressig sein kann.

Wer ein paar Tage Strand mit einplant, macht daher bestimmt keinen Fehler...

 

Im ersten Teil unserer Reise fahren wir mit dem Auto in neun Tagen das "Goldene Dreieck" ab. Keine Sorge, wir sind nicht selber gefahren, Chauffeur war inklusive... Diese Tour ist der Indien-Klassiker schlechthin.

Nach unserem Aufenthalt in Delhi geht es nach Jaipur, der Hauptstadt des Rajputenstaates Rajasthan. Von dort geht es zum Ranthambore National Park und weiter über Agra zurück nach Delhi.

Nach einem Flugtransfer in den Süden des Landes folgt eine weitere Woche mit PKW und Zug durch die Staaten Karnataka und Kerala.

Die letzten zwei Tage heißt es relaxen auf einem Hausboot in den Backwaters.

 

Los geht es am 14. November mit Turkish Airlines nach Istanbul. In Tegel scheint die Sonne bei 2 Grad über Null.

 

Der Fernmeldeturm auf dem Schäferberg durchbricht einsam den morgendlichen Zehlendorfer Frühnebel...

 

Über dem Balkan...

 

Am Flughafen Istanbul-Atatürk wechseln wir das Fluggerät und nehmen nach drei Stunden Wartezeit und einer Stunde Verspätung Kurs auf Delhi...

 

Das auffälligste bei der Ankunft in Delhi ist der Geruch, der in der Luft liegt - etwa wie verbranntes Holz mit einer besonderen Note.
Überall in der Stadt brennen kleine Holzfeuer, der Smog tut sein übriges...

 

Ein Fahrer holt uns ab und bringt uns zu unserer ersten Unterkunft. Da unser Zimmer noch nicht fertig ist, holen wir auf der Dachterasse ein wenig Schlaf nach. Dabei können wir uns schon ein bisschen an die Luft und die Geräuschkulisse gewöhnen. Obwohl wir in einer abgelegenen Seitenstrasse sind, ist ein ständiges Hupkonzert, Hundegebell und Geschreie präsent...

 

Die nächsten drei Tage steht Sightseeing in Dehli auf dem Programm. Die Stadt ist mit ihren 10 Mill. Einwohnern immens groß und erstickt fast im Verkehr, Smog und Müll.
Unser Hauptfortbewegungsmittel ist die Metro, die hier hauptsächlich überirdisch fährt.

 

Sie ist das Modernste, was die Stadt zu bieten hat und gleichzeitig das jüngste Nahverkehrssystem Asiens. Über 180 km umfasst das Netz bereits und wird stetig ausgebaut. An den Stationen finden Sicherheitskontrollen mit Metalldetektoren und dem Durchleuchten des Gepäcks statt.
Die Metro-Dehli hat eine Pünktlichkeit von 99,5 Prozent (!). Mit ihr fahren wir zum Connaught Place in Neu-Delhi und laufen von dort aus zum Regierungsviertel.

 

Der "Rajpath" ist eine große Paradestraße im Regierungsviertel. Am 26. Januar, dem Tag der Republik, findet hier jedes Jahr eine Militärparade statt, bei der alles aufmarschiert, was das Land zu bieten hat.
An seinem westlichen Ende befindet sich der Rashtrapati Bhavan - die offizielle Residenz des Präsidenten. Um die 340 Räume in Ordnung zu halten, braucht es einen ganzen Stab von Personal, von den Gartenarbeiten ganz zu schweigen...

 

Wartende Fahrer vor den Regierungsgebäuden...
Hier im Parlamentsviertel herrscht aufgeäumte Großzügigkeit und der Straßenverkehr hält sich für indische Verhältnisse in Grenzen.

 

Auf einmal fühlen wir uns ein bisschen beobachtet und entdecken hier am Präsidentenpalast die ersten Affen auf unserer Reise. Am Anfang noch angetan von diesen Tieren, wurden sie später sehr schnell zum alltäglichen Anblick...

 

Folgt man dem Rajpath nach Osten (Straßen können ja ganz schön lang werden, wenn man sie zu Fuß abläuft...), kommt man zum India Gate oder auch "All India War Memorial", einem 42 m hohen Triumphbogen aus Stein. Es erinnert an die indischen Soldaten, die im ersten Weltkrieg für Großbritannien ihr Leben ließen...

 

Indian Air Force Guards unter dem India Gate...

 

Am nächsten Tag lernen wir die andere Seite von Delhi kennen - Old Delhi ist so, wie man sich Indien insgesamt vorstellt: laut, eng, dreckig, chaotisch und unübersichtlich...
Millionen von Menschen leben hier zusammen auf engstem Raum. Unzählige vollgerümpelte Basare und die engen Gassen lassen es einen hier kaum länger als einen Tag aushalten.

 

Wer mit der Metro kommt und einen der modernen Bahnhöfe verlässt, für den wirkt der Gegensatz freilich noch stärker.

 

'Hallo Houston?'...Hauptsache richtig verkabelt...

 

So eine Straße zu überqueren, ist hier manchmal gar nicht so einfach...

 

Besonders zu erwähnen ist der Chili-Markt, auf dem die Luft so "scharf" gewürzt ist, dass man es ohne Taschentuch vor Mund und Nase kaum aushält.

 

Wieviele Sorten es davon gibt und wer das alles essen soll, konnte uns niemand sagen...

 

Scharfer Schuh...

 

Gleich nebenan ist die Jami Masjid Moschee. Bis zu 25.000 Gläubige finden hier Platz. Sie ist die größte Moschee Indiens und eine der größten der Erde. Da hier gerade Gebetsstunde war, konnten wir leider nicht hinein.

 

Das östliche Eingangstor war früher dem Mogulkaiser vorbehalten...

 

 

 

Straßenessen findet man in allen erdenklichen Variationen. Überall werden frische Säfte, aufgeschnittene Früchte oder auch Süßspeisen angeboten. Was davon frisch und sauber zubereitet wurde, kann man nicht immer erahnen...Am besten man isst dort, wo viele andere es auch tun...

 

Das Rote Fort, auch Lal Qila genannt, liegt am östlichen Rand von Old-Delhi. Sein Erbauer war Shah Jahan, der auch das Taj Mahal errichten ließ...

 

Außer dem imposanten Lahore-Tor, einem der beiden Haupteingänge...

 

...und dem Diwan-i-Aam Pavillon ist die Anlage recht unspektakulär und leider auch ein bisschen vernachlässigt, wie es uns den Anschein hat...

 

Am nächsten Tag geht's mit der Metro in den Südosten der Stadt. Erster Programmpunkt ist der Baha'i-Tempel, der wegen seiner charakteristischen Form auch Lotustempel oder "Lotus of Bahapur" genannt wird.

 

Der Tempel hat die Form einer sich öffnenden Lotusknospe und ist auf allen Seiten von Wasserflächen umgeben. Seit seiner Einweihung 1986 hat er zahlreiche Architekturpreise gewonnen.
Wer rein will, sollte schweigen können, denn in der Haupthalle wird absolute Ruhe verlangt...

 

Die Inder schaffen es fast an jedem Platz und bei jeder Umgebungslautstärke ein Nickerchen zu machen...

 

Weiter geht's zum Humayun-Mausoleum, Grabstätte von Nasiruddin Muhammad Hamayun, dem zweiten Herrscher des Großmogulreiches von Indien. Eine wirklich schön angelegte Gartenanlage lädt zum Verweilen ein...

 

Nach der vielen Lauferei in Delhi sind wir froh, am nächsten Tag mit dem PKW unterwegs zu sein - es geht nach Jaipur. Wir brauchen mehr als eine Stunde, um aus Delhi überhaupt erstmal rauszukommen - die riesigen Abmessungen der Stadt werden einem dabei bewusst.
Für die 300 km nach Jaipur brauchen wir über sechs Stunden, was noch schnell ist, wenn man bedenkt, dass Lastwagen in Indien im Schnitt mit 11 km/h unterwegs sind.

 

Kein seltener Anblick: Meist wird jeder Platz auf den Fahrzeugen genutzt!

 

Nachmittags kommen wir in der Hauptstadt von Rajasthan an. Jaipur wird aufgrund seiner rosafarbenen Häuserfassaden und Stadtmauern auch
Pink City - Rosarote Stadt genannt. Rosa - die traditionelle Farbe der Gastlichkeit.

 

Kamele sind hier recht häufig anzutreffen. Da das Klima hier für die Tiere besonders geeignet ist, leben 70 Prozent der indischen Kamele in Rajasthan.

 

Ach ja, die heilige Kuh...irgendwann kam sie uns gar nicht mehr so heilig vor. Es gibt sie tausendfach, bevorzugt im dichten Straßenverkehr oder im Müll, was von ihren Bauern durchaus beabsichtigt ist - die Kuh soll sich von den Abfällen ernähren, wodurch sie auch für das Gemeinwesen einen wichtigen Zweck erfüllt...

 

Der Busbahnhof von Jaipur. Hier in der Nähe liegt unser Hotel...

 

Wo die Reise wohl hingeht...?

 

Auch ein Oldtimer braucht Pflege...

 

Am nächsten Tag ist Sightseeing angesagt. Unser Guide spricht Top-Englisch und ist ein Getleman der alten Schule.
Los geht es mit dem "Hawa Mahal" oder auch "Palast der Winde". Ein fünfstöckiges Gebäude aus dem 18. Jhd. mit 953 Fenstern und Nischen, von wo die Haremsdamen der Fürsten Festumzüge und Straßentreiben beobachten konnten, ohne selbst gesehen zu werden.

 

Der Wasserpalast "Jal Mahal", in dem Teile von James Bond - Octopussy gedreht wurden und der heute ein 5-Sterne-Hotel beherbergt...

 

Etwa 11 km von Jaipur entfernt liegt das Fort Amber...

 

...es liegt 130 Meter hoch und ist von den Aravalli Hügeln umgeben. Wer den Aufstieg geschafft hat, wird mit einer phantastischen Aussicht belohnt...

 

Abenteuerlustige Touristen haben die Möglichkeit, auf dem Rücken von Elefanten nach oben zu reiten, andere gehen lieber zu Fuß oder nehmen das Auto...

 

Der Stadtpalast Jai Singh II beansprucht das Zentrum von Jaipur und ist jetzt das Wohnhaus der königlichen Familie und Museum in einem. Wie man sieht, ist die Fahne gehisst, was bedeutet, dass der Maharadscha im Palast ist. Er ist erst zwölf Jahre alt. Sein Großvater galt als der "letzte Maharadscha von Jaipur", da er 1970 kurz vor der Abschaffung sämtlicher Privilegien auf den Thron gekommen war.

 

Unweit vom Palast befindet sich "Jantar Mantar", eine astronomische Sternwarte. Sie wurde im 18. Jhd. vom Stadtgründer Jai Singh II erbaut. Auf dem Gelände befinden sich 14 astronomische Bauwerke, die u.a. der Messung der Zeit und der Beobachtung von Planetenbahnen dienen. Das größte von ihnen ist eine Sonnenuhr mit einer Höhe von 27 Metern.

2010 wurde das Observatorium als UNESCO-Welterbe anerkannt.

 

 

 

Straßenszene in Jaipur bei Sonnenuntergang.

So, genug gelaufen für heute - morgen geht's zum Ranthambore Nationalpark...

 

Nach mehrstündiger Autofahrt kommen wir nach Sawai Madhopur. Unsere Unterkunft verspricht Entspannung - von hier aus werden wir zwei Safaris starten...

 

Untergebracht sind wir in einem relativ großen Zelt mit Badezimmer, das in einem schön angelegten Garten steht. Hier ist es wunderbar ruhig und wir hören nur die Stimmen von exotischen Vögeln...(wenn nachts nicht direkt nebenan Hochzeit gefeiert wird...)

 

Das Ranthambore Nationalpark ist mit 392 km² einer der größten Nationalparks in Nordindien und für seine Tiger weltberühmt. Wir sind hier 180 km südöstlich von Jaipur.

 

Neben den tierischen Sehenswürdigkeiten gibt es auch Zeichen menschlicher Kultur zu bestaunen. Das Ranthambore Fort aus dem 10. Jhd. liegt auf dem Gipfel eines Hügels und ist ein hervorragender Aussichtspunkt. Besonders Vögel kann man von dort oben gut beobachten...

 

Beim halbstündigen Aufstieg aufs Fort gibt es immer wieder Beobachter am Wegesrand...

 

Ein Affenfamilie am Fusse der Treppe zum Ranthambore Fort...

 

Die Raj Bagh Ruinen sind verwitterte Tempel mit vielen Torbögen, Kuppeln und Stufen, die - vom Dschungel umgeben - eine ganz besondere Atmosphäre ausstrahlen...

 

Wir kommen uns vor wie in King Louie's Tempelstadt aus dem Dschungelbuch...

 

Der Chef hat alles im Blick...

 

Am nächsten Tag heisst es früh aufstehen - um sechs Uhr werden wir zu unserer ersten Safari abgeholt. Wir fahren in einem Canter - ein offener Bus, in dem etwa 20 Personen Platz haben...

 

Als wir das Eingangstor vom Park passieren, sind wir uns sicher: Wir sind am Set von Jurassic Park...

 

Wir geniessen das schöne Licht und die gute Luft am Morgen und sind beeindruckt von der schönen Landschaft...

 

Um eines vorweg zunehmen: Wir haben die ganze Zeit über dort keinen einzigen Tiger gesehen...
Aber auch ohne Tiger wird es eine spannende Safari, auf der wir viele andere Tierarten zu sehen bekommen. Vogelliebhaber können sich hier an 272 verschiedenen Arten erfreuen...

 

 

 

 

 

 

 

Der Banyanbaum beeindruckt mit seinen vielen Luftwurzeln. Ursprünglich in Süd- und Westindien beheimatet, ist er mittlerweile in den gesamten Tropen zu finden. Einige der größten Exemplare gibt es hier im Park...

 

Der Pfau ist Nationalvogel von Indien und gleichzeitig Heiliges Tier - Er steht für Schönheit, Reichtum und Liebe...

 

 

 

Wir fahren weiter Richtung Agra. Nicht immer sind die Straßen befestigt, was das Vorankommen oft erschwert...

 

Auf dem Weg machen wir Zwischenstop in Fatehpur Sikri, einer 400 Jahre alten orientalischen Geisterstadt, ehemals Hauptstadt Akbars des Großen, die nach wenigen Jahren vermutlich wegen Wassermangels aufgegeben wurde. Wir schauen uns die kaminroten Sandsteinpaläste, Harems- und Herrschaftsgebäude auf dem recht großen Areal an und machen uns danach auf die letzte Etappe nach Agra auf...

 

In Agra hat uns die Großstadt wieder. Dreck, lauter Verkehr und lt. unserem Fahrer die korrupteste Stadt Indiens - aber auch eine der am meist besuchtesten Städte, da hier das Taj Mahal steht...

 

Die Statue des Gründers von Agra neben einem Rikschastand...

 

Typisch indische Sitzhaltung...

 

...und noch zwei Originale..

 

Das Moped ist eines der wichtigsten Fortbewegungsmittel in Indien und so kann man den Umgang damit nicht früh genug lernen...

 

Profiltiefe? - nie gehört...

 

...geht doch auch viel schneller ohne...

 

Den versprochenen Hotelzimmerblick aufs Taj Mahal kann man mit viel Phantasie erahnen...

 

Am nächsten Tag soll es zum Taj gehen. Als wir morgens aus dem Hotelfenster sehen, kommt die große Ernüchterung: Zum üblichen Smog hat sich Hochnebel gesellt...

 

In der Hoffnung, dass sich die Sicht im Laufe des Tages bessert, besuchen wir erst noch das Rote Fort von Agra.

 

Diese Festungsanlage aus der Epoche der Mogulkaiser liegt auf einem Hügel am Ufer des Jamuna Flusses und ist ca. 2,5 km vom Taj Mahal entfernt.

 

Islamische und hinduistische Baukunst sind hier vereint...

 

1803 wurde es von britischen Truppen eingenommen. Heute wird gut die Hälfte des Geländes militärisch genutzt und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

 

Und schließlich zeigt sich das Taj Mahal doch noch - in leichtem Dunst aber schönen Farben. Die Größe an sich ist beeindruckend: 58 Meter thront das Mausoleum auf einer 100 x 100 Meter großen Marmorplattform. Die vier Minarette um das Mausoleum sind leicht von ihm abgeneigt, damit sie bei einem eventuell auftretenden Erdbeben nicht auf das Gebäude fallen.

 

Als im Jahre 1629 die Frau des indischen Großmoguls Schah Jahan starb, verlor der Monarch nicht nur seine geliebte Frau, sondern auch eine kluge, politische Beraterin. Jahan gelobte ein Grabmal zu bauen, dass dem Andenken seiner Frau würdig sei, etwas ganz außergewöhnliches und er schuf es mit dem Taj Mahl.

 

Unsere Schuhe dürfen wir diesmal anlassen - wir bekommen sogar jeder noch ein zweites Paar dazu...

 

20.000 Arbeiter und Experten aus Italien, Frankreich, Iran und Hinterasien waren 21 Jahre lang mit dem Bauwerk beschäftigt. Das Gebäude ist absulut symmetrisch und sicherlich das am besten erhaltene Denkmal Indiens...

 

Ein Giebel des Mausoleums...

 

Hier die Rückseite am Ufer des Flusses Yamuna.

 

Blick auf den Fluss Yamuna Richtung Osten...

 

Links und Rechts vom Mausoleum stehen baugleiche palastähnliche rotweiße Gebäude - eine Moschee und ein Gästehaus...

 

Das Eingangsgebäude im Gegenlicht...

 

Eine Spezies, die uns hier sehr häufig begenet: Das Dreistreifen-Palm-Eichhörnchen...

 

Den Nachmittag nutzen wir, um auf eingene Faus noch ein paar Eindrücke dieser Stadt zu sammeln...

 

Wir entdecken eine Tuctuc Werkstatt...

 

...ein Tuctuc ohne Fahrgastzelle...

 

...eine Fahrradwerkstatt...

 

...indische Schuljungen - meistens in Uniform und immer für ein Foto zu haben...

 

..einen Friseur...

 

...und viele streunende Hunde.

 

Von Agra geht es mit dem Auto wieder zurück zum Flughafen nach Delhi. Vor dort fliegen wir nach Bangalore im Süden des Landes...
Dieser "Gewürzjet" wird uns dorthin bringen.

 

Wir verlassen Delhi Richtung Westen und überfliegen kurz nach dem Start das dichtbesiedelte Gebiet von Sektor 8 (die Stadtteile tragen teilweise wirklich so banale Namen)...

 

Von Bangalore sehen wir nicht viel, da wir im Dunkeln ankommen und gleich am nächsten Morgen mit dem Auto nach Mysore weiterfahren. Hier unten war übrigens gerade Kokosnussernte..!

 

In Mysore steuern wir gleich den Maharadscha Palast im Stadtzentrum an. Wer hinein will, muss seine Kamera gegen eine Gebühr am Eingang abgeben...Kein schlechter Scherz und nach einer kurzen, freundlichen Disskusion mit dem Sicherheitsinspektor und dem Versprechen, drinnen keine Fotos zu machen, geht es dann auch anders...
Im Inneren lassen prachtvolle Marmor- und Mosaikböden, kostspieliges Mobiliar sowie Gemälde und andere schöne Dinge den luxuriösen Lebenswandel der Mysore-Herrscher um die Jahrundertwende erahnen. Zu bestimmten Zeiten wird die Palastfassade abends von über 80.000 Glühbirnen hell erleuchtet...

Links: Hindutempel auf dem Gelände des Maharadscha Palast

Rechts: Der Sri-Chamundeshwari-Tempel, ein wichtiges Pilgerziel aus dem 12. Jhd., der auf dem 1062 Meter hohen Chamundi Hill außerhalb des Stadtzentrums liegt.

 

Zum Schluß besuchen wir noch den Devaraja Market. Dieser Markt ist einer der farbenfrohsten und lebhaftesten in ganz Indien...

 

...hier duftet es an jeder Ecke anders und man findet neben allen möglichen Kräutern und Gewürzen auch Blumen und natürlich sämtliche Gemüsesorten aus der Region. Außerdem gibt es einige Stände, die gehäuftes, farbiges Pulver (kumkum) anbieten, das die Inder für die Bindi-Punkte auf der Stirn von verheirateten Frauen und andere religiöse Rituale benutzen.

 

Unser nächstes Ziel liegt im Nilgiri Biosphären Reservat im Distrikt Wayanad und unser Hotel hat Dschungelblick! Wir treffen hier keine anderen Touristen und sind völlig unter uns. Die Landschaft hat etwas ganz besonderes und wir sind überrascht, wie unterschiedlich die einzelnen Landstriche sind...

 

Hier sehen wir auch die ersten frei lebenden Elefanten...

 

Durch die Lage in den Bergen ist Wayanad dünner besiedelt als der Rest Keralas. Je nach Höhenlage werden vornehmlich Tee, Kaffee, Kautschuk und Kardamom, in niedrigeren Lagen auch Reis angebaut.

 

Vom Wynberg Resort geht es einen Tag später noch mal 4 Autostunden Richtung Westen.

 

Auf der Fahrt überqueren wir einen Pass, der uns schöne Aussichten beschert. Die bergige Landschaft wird danach allerdings schnell flacher - wir fahren Richtung Arabische See.

 

Der Bahnhof von Kozhikode. Wir sind hier am Meer und inzwischen ist es wieder tropisch warm. Leider sind die Züge hier nicht so pünktlich wie die Metro in Delhi und die 2 Stunden Wartezeit werden zur Tortur. Zum Glück dürfen wir in einem der Waggons sitzen, die klimatisiert sind...Von hier geht es mit dem Ernad Express ins 193 km entfernte Kochi - direkt nach Süden. Nach einer kurzen Übernachtung in Kochi steuern wir unser letztes Dschungelcamp, das 'Wildernest' in Thekkady im Periyar-Nationalpark an.

 

Unser Zimmer hat einen schönen Balkon, dessen Benutzung uns aber nicht immer leicht fällt. Eine Affenfamilie gibt uns schnell zu verstehen, wer hier das Hausrecht hat...

 

Thekkady liegt mitten im Wald und in den folgenden 2 Tagen machen wir ein morgendlichen Dschungelspaziergang und besuchen Gewürz- und Teeplantagen...

 

Kurze, heftige Regenschauer gehören hier dazu, das ganze Grün muss ja irgendwo herkommen...
Rechts übrigens eine Jackfrucht - sie verbreitet bei Reife einen leicht unangenehmen Geruch und wird daher auch Stinkfrucht genannt. Auf eine Essprobe haben wir verzichtet, der Geschmack soll an Feigen oder entfernt an milden Honig erinnern...

 

Eine dreistündige Trekkingtour durch den Dschungel findet unter erschwerten Bedingungen statt - es hat die ganze Nacht geregnet und der Boden ist ziemlich glitschig. Unser Guide kennt den Wald sehr genau, da er hier aufgewachsen ist. Er erklärt uns Flora und Fauna und auf manches Detail müssen wir erst hingewiesen werden, damit wir es bemerken...

 

Nephila pilipes - zählt mit zu den größten Seidenspinnen weltweit und baut Netze, deren Durchmesser 1 Meter erreichen können (!).

 

 

 

Unzählige Früchte und Gewürze können wir auf einer großen Gewürzplantage bestaunen. Alles wird uns genau erklärt und wir können auch direkt probieren; nicht alles schmeckt vertraut, manches ist uns völlig unbekannt doch die meisten Sorten kennen wir vom heimischen Gewürzregal...

 

Auch hier besteht wieder die Option, die Anlagen per Elefantenritt zu erkunden...

 

Im Nationalpark schauen wir natürlich auch noch vorbei und machen eine Bootsfahrt auf dem Periyar-Stausee. Nach kurzer Zeit müssen wir allerdings umkehren, da sich alkoholisierte Personen (nein, nicht wir...) an Bord befinden, was strikt verboten ist und auch gleich geahndet wird! So geht es mit einer kleinen Verzögerung weiter...unglaublich!

 

In der Mitte des Sees warten ein paar Kormorane auf uns.

 

Die Berge in der Region bieten Platz für endlose Teeplantagen. Fast auf jedem Quadratmeter Hangfläche wachsen die Teesträucher, die immer wieder von kleinen Gängen für die Ernte durchzogen sind. Das ganze gibt ein bizarres Muster, was typisch für die Landschaft ist.

 

Geerntet wird das ganze Jahr über alle 1-2 Wochen. Das Teepflücken ist ein Handwerk, das meist von Frauen ausgeübt wird. Die besten Qualitäten werden fast ausschließlich von Hand geerntet.

 

Ein Kuhmarkt am Straßenrand.

 

Zum Abschluß der Reise sind wir dann noch zwei Tage in den Backwaters, einem verzweigten Wasserstraßennetz im Hinterland der Malabarküste. Das meiste davon ist natürlich entstanden, einige Kanäle sind für den Bootsverkehr dazugekommen. Zeitungen, Milch und Post werden hier per Boot ausgeliefert...

In Alleppey starten wir eine Hausboot Tour, auf der wir nochmal richtig abschalten können. Exotische Natur, Sonne, von Palmen gesäumte Kanäle und Reisfelder - und wir können vom Upper Deck alles super beobachten...

 

Wie man sieht, sind wir nicht die Einzigen, die hier mit einem Hausboot unterwegs sind...

 

Den Einheimischen dienen die Backwaters als Handels- und Verkehrswege...

 

Unser Boot hat eine gut eingerichtete Küche, wo uns ein Koch authentische keralische Speisen zubereitet - und das nicht nur einmal am Tag...hier unser Abendessen vor...

 

...und nach der Zubereitung.

 

Unser Boot passiert viele kleine Dörfer und von Bord haben wir direkten Einblick in den Alltag der Bewohner...

 

Stromaufwärts mit Muskelkraft...

 

Ursprünglich sind diese Kettuvallam Boote traditionelle Lastenkähne gewesen und erst später zu Hausbooten umgebaut worden.

 

Und so geht auch unser letzter Urlaubstag in Südindien langsam zu Ende. Die Nacht verbringen wir an Bord in einer klimatisierten Kabine.

Morgens werden wir in Alleppey von unserem Fahrer wieder abgeholt und zum Flughafen von Kochi gebracht und auf einmal sind wir schon auf dem Weg nach Hause...

 

Mit Zwischenstop in Hyderabat geht es nach Delhi und von dort nach einer halben Nacht Wartezeit weiter über Istanbul nach Berlin. Insgesamt sind wir knapp 30 Stunden unterwegs.

Fazit: Ein toller Trip mit unendlich vielen Eindrücken, an den wir noch lange zurückdenken werden. In fast drei Wochen haben wir schon sehr viel gesehen - aber doch nur einen Bruchteil von Indien. Wer hier Urlaub macht, sollte ihn vorher gut planen, da Spontanbuchungen für Zug oder Flugzeug zu ungeahnten Wartezeiten führen können...

 

 



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